Mit einer Trauerverfügung können Sie festlegen, wie Ihre Beerdigung stattfinden soll
“Das beste Dokument ist sein Papier nicht wert, wenn es nicht gefunden wird.”

Trauerverfügung

Mit einer Trauerverfügung können Sie festlegen, in welcher Art und Weise Ihre Beerdigung stattfinden soll. Die Frage, ob eine Erdbestattung, Urnenbestattung, Seebestattung oder Bestattung in einem Friedwald vorzunehmen ist, betrifft jeden von uns. Wenn Sie konkrete Vorstellungen über Ihre letzte Ruhestätte haben – und die meisten von uns haben darüber eine konkrete Vorstellung – dann sollten Sie diese Wünsche in einer Trauerverfügung niederlegen. Die Berechtigten der Totenfürsorge wissen damit, was sie in dieser Situation, die uns alle einmal betreffen wird, zu tun haben. Diese Verfügungen sind verbindlich und müssen von den Totenfürsorgeberechtigten befolgt werden. Die Erben werden gem. § 1968 BGB mit den Kosten der Beerdigung belastet. Im Rahmen einer Trauerverfügung können Sie auch bestimmen, welche Personen zu der Beerdigung eingeladen werden sollen, wie die Feierlichkeit stattfinden soll etc. Im Rahmen dieser Überlegungen sollten Sie auch überlegen, wie die Kosten für den Schlusspunkt Ihres Lebens organisiert werden sollen.

Häufig gestellte Fragen:

Woraus geht eine Trauerverfügung hervor und was kann durch sie bestimmt werden?

Die Trauerverfügung ergibt sich aus dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht jedes einzelnen. Es ist also die Individualsphäre des Einzelnen sowie dessen freie Entfaltung der Persönlichkeit geschützt. Diese Persönlichkeitswerte gelten auch nach dem Tod in gewissem Umfang fort. Danach ist für Ort und Art der Bestattung in erster Linie der Wille des Verstorbenen maßgebend. Mit einer Trauerverfügung kann der Wunsch festgelegt werden, in welcher Art und Weise die Beerdigung des Verfügenden erfolgen soll.

 

Ist die Trauerverfügung an eine bestimmte Form gebunden?

Nein, für diese nach dem Tod geltende Willensäußerung ist keine bestimmte Form, insbesondere nicht die einer Verfügung von Todeswegen (Testament), erforderlich. Aus Gründen der Beweisbarkeit und der Klarheit im Rechtsverkehr ist jedoch immer die Schriftform ratsam.

 

Kann der Wille über die Art und Weise der Bestattung auch in einem Testament mitverfügt werden und ist dies sinnvoll?

Ja, das ist möglich. Aber davon ist in jedem Fall abzuraten, da die Eröffnung und Umsetzung des Testaments und des darin enthaltenen Willens in der Regel mehrere Wochen in Anspruch nimmt. Der Wille, der die Art und Weise der Beerdigung bestimmen soll, muss aber schnellst möglich umgesetzt werden können. Darum sollte dieser Wille immer unabhängig vom Testament in Form einer Trauerverfügung niedergelegt werden.

 

Wer hat das Bestimmungsrecht im Bereich der Totenfürsorge, also das Recht, Entscheidungen über die Art und Weise der Beerdigung zu treffen?

Die Todesfürsorge regelt sich nicht nach dem Erbrecht. Vielmehr ist in erster Linie der Wille des Verstorbenen maßgeblich. Das Totenfürsorgerecht hat der, den der Verstorbene dafür bestimmt hat. Nur soweit kein Wille des Verstorbenen erkennbar ist, sind nach Gewohnheitsrecht seine nächsten Angehörigen zur Totenfürsorge berechtigt und verpflichtet. Unter ihnen hat dann der Ehegatte ein Vorrecht und bei verstorbenen minderjährigen Kindern der Inhaber des Personensorgerechts. Ein Vorrecht kann sich auch daraus ergeben, dass jemand Betreuer war.

 

Ist der zur Totenfürsorge Berechtigte an den Willen des Verstorbenen gebunden?

Ja, bei der Ausübung des Bestimmungsrechts ist der zur Totenfürsorge Berechtigte an den Willen des Verstorbenen gebunden.

 

Ist der Wille des Verstorbenen durchsetzbar?

Die Anordnung des Verstorbenen kann gerichtlich durchsetzbar sein. Der zur Totenfürsorge Berechtigte kann den Willen des Verstorbenen durchsetzen. Das Totenfürsorgerecht ist als Recht i.S.v. § 823 Abs.1 BGB anerkannt und setzt sich als Abwehrrecht gegen Beeinträchtigungen fort. Im Falle seiner Verletzung können daher dem Inhaber des Schadenersatz-, Beseitigungs- oder Unterlassungsansprüche entstehen.

 

Wer trägt die Kosten der Beerdigung?

Der Erbe wird gemäß § 1968 BGB mit den Kosten der Beerdigung belastet, obwohl Art und Weise nicht zwangsläufig von ihm bestimmt werden. Hat die Kosten zunächst die Person getragen, die die Totenfürsorge inne hatte, so hat dieser gegen den Erben einen Anspruch auf Erstattung der Kosten gemäß § 1968 BGB. Die angefallenen Kosten bzw. der Erstattungsanspruch gegen den Erben sind Nachlassverbindlichkeiten gemäß § 1967 BGB. Die Verpflichtung zur Erstattung ist auf den Aufwand beschränkt, welcher gemessen an den Lebensverhältnissen des Erben für diesen als angemessen anzusehen ist. Der Erbe kann seine Haftung für die Beerdigungskosten (Nachlassverbindlichkeit) auf das Vermögen aus dem Nachlass beschränken.